«

»

Feb 22

Freiherr zu Guttenberg–just my five cent

Die öffentliche Diskussion zu den Plagiatsvorwürfen ist insofern in Ordnung, als dass Freiherr zu Guttenberg eine öffentliche Person ist. Die von der Opposition häufig hämisch und polemisch vorgebrachte Kritik wirkt auf mich abstoßend. Wer weiß, ob nicht aus so manchem Glashaus mit Steinen geworfen wird?

Wahlkampf sollte sich mit politischen Inhalten und nicht mit dem Ausschütten von Häme auf den politischen Gegner beschäftigen.

Wären die fraglichen Stellen in der Doktorarbeit ordnungsgemäß als Zitate gekennzeichnet, wie viel Sinngehalt hätte dann diese Kampagne? 

Für mich kennzeichnend sind andere Eigenschaften des Bundesministers für Verteidigung. Kaum einer seiner Vorgänger hat sich so oft persönlicher Gefahr ausgesetzt wie er. Keiner seiner Vorgänger hat seiner Ehefrau die Gefahr zugemutet, die man den jungen Männern zumutet, die man nach Afghanistan schickt. Ich bewundere diese Loyalität zur Truppe mehr, als ich die fehlerhafte Doktorarbeit kritisieren kann.

4 Kommentare

Zum Kommentar-Formular springen

  1. ebook

    Als wäre nichts gewesen: Karl Theodor zu Guttenberg legt seinen Doktortitel ab und darf Minister bleiben. Das ist nur eine Fußnote in seiner Traumkarriere. Sicher, keinen interessiert es mehr. Der Guttenberg wird sich noch Bundeskanzler. Das spricht viel für die Kultur in unserem Lande.

    1. jdalhoff

      Hallo ebook,
      darf oder muss, das ist hier die Frage ;-).
      Mein persönliches Interesse gilt übrigens tatsächlich anderen Themen. Soziale Gerechtigkeit, Chancengleichheit u.a.
      Die „Kultur“ in unserem Lande leidet an so vielen Stellen und das hat an manchen Stellen höhere Auswirkungen auf die Gesellschaft als eine „verkorkste“ Doktorarbeit.

      Der Abschied vom Wörtchen sozial in unserer Markwirtschaft ist nur ein Beispiel.

      mfg

  2. Felix Ka

    „Wären die fraglichen Stellen in der Doktorarbeit ordnungsgemäß als Zitate gekennzeichnet, wie viel Sinngehalt hätte dann diese Kampagne? “

    Das Argument verstehe ich überhaupt nicht.
    Darüber hinaus sehe ich keinerlei Bestätigung für die Qualifikation als Verteidigungsminister wenn der Freiherr mit seiner Frau die Truppe besucht. Inwiefern ist es denn klug oder loyal seine Ehefrau einer unnötigen Gefahr auszusetzen?
    Aus meiner Sicht ist es Leichtsinn um die eigene Popularität zu steigern weil es tolle Bilder in der BILD gibt.
    Hat mit politischen Inhalten jedenfalls nichts zu tun.

  3. jdalhoff

    Hallo Felix Ka,
    warum ist das Argument so unverständlich? Guttenplag Wiki tut nichts anderes als Textstellen ohne „ordnungsgemäße“ Quellenangabe zu identifizieren! Gäbe es keine solchen Textstelle, was dann?

    Bezüglich der Truppenbesuche habe ich nicht von Klugheit gesprochen! Wie nehme ich als Politiker Anteil am Schicksal der Truppe, was bin ich bereit an persönlichen Risiken einzugehen? Wieviel Identifikation lasse ich zu?

    Ich glaube, dass die Gattin durchaus in der Lage war, eigenständig zu beurteilen, ob das Begleiten ihres Mannes durch Leichtsinn oder Anteilnahme motiviert war.
    Als Ehemaliger, zwar ohne „Fronterfahrung“ weiß ich das zu schätzen.
    Was die Medienwirksamkeit angeht, richtig! Aber welcher Politiker kann agieren, ohne das die Medien davon Wind bekommen? Da braucht man keinen Kerner mitzunehmen!

    Da meine politische Richtung spätestens seit Stuttgart 21 ein Wende erfahren hat, ist mir relativ wurscht, ob eine C! Partei einen weiteren Schaden davonträgt.
    Hier geht es um ein Prinzip! Das Prinzip, dass es scheinbar im Wahlkampf einfacher ist auf die persönliche Ebene zu zielen, als mit Sachargumenten zu überzeugen!
    Ich finde Vergleiche mit der vorläufigen Suspendierung des Gorch Fock Kommandanten, die an mancher Stelle gezogen werden, wenn es um das Thema „Vorverurteilung“ geht, einfach nur widerwärtig.
    Würde sich im Verlauf einer Untersuchung eine Verantwortung des Kapitäns herausstellen, dann würde man eben diesen Eimer über den Bundesminister ausschütten.

    Sorry, aber für mich ist das Wahlkampf auf unterstem Niveau, ungeachtet der Tatsache, dass der Doktortitel eventuell nicht korrekt erlangt wurde! Meine persönliche Meinung. Das schöne ist, die brauch nicht herzugeben und sie ist steuerfrei 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>